EU AI Act Zeitplan 2024–2028: Alle Fristen und Meilensteine
Strukturierter Überblick über alle Fristen, betroffene Unternehmen und konkrete To-dos für jede Phase.
Die KI-Verordnung (EU) 2024/1689 trat am 1. August 2024 in Kraft und wird in mehreren Stufen wirksam. Diese Seite zeigt Ihnen, welche Fristen für Ihr Unternehmen relevant sind und was Sie bis wann umsetzen müssen.
Was ist der AI Omnibus?
Der AI Omnibus ist eine Ende Juli 2026 in Kraft getretene Änderungsverordnung der EU. Er verschiebt die ursprünglich für den 2. August 2026 geplanten Fristen für Hochrisiko-KI-Systeme nach Anhang III auf den 2. Dezember 2027 und für KI als Sicherheitsbauteil in regulierten Produkten (Anhang I) auf den 2. August 2028. Darüber hinaus vereinfacht der Omnibus einzelne Compliance-Anforderungen, präzisiert Begriffsbestimmungen und stärkt die Rolle der nationalen Aufsichtsbehörden. Die Transparenzpflichten nach Art. 50 sind davon nicht betroffen und gelten seit dem 2. August 2026.
Inkrafttreten der KI-Verordnung (EU) 2024/1689
Die Verordnung tritt in Kraft. Die Übergangsfristen beginnen zu laufen.
Handlungsbedarf:
- EU AI Act im Unternehmen bekannt machen
- Verantwortlichkeiten festlegen
- Bestandsaufnahme der eingesetzten KI-Systeme
Betroffen: Alle Unternehmen mit KI-Bezug
Verbot inakzeptabler KI-Systeme
KI-Systeme der Risikokategorie „inakzeptabel“ dürfen nicht mehr eingesetzt werden (Art. 5).
Handlungsbedarf:
- KI-Systeme auf verbotene Praktiken prüfen
- Social Scoring, Emotionserkennung am Arbeitsplatz etc. einstellen
Betroffen: Alle Anbieter und Betreiber
KI-Kompetenzpflicht (Art. 4) & Governance
Unternehmen müssen sicherstellen, dass Mitarbeiter ausreichend KI-Kompetenz besitzen. Nationale Behörden werden benannt.
Handlungsbedarf:
- KI-Schulungskonzept erstellen
- Schulungen für relevante Mitarbeiter durchführen
- Dokumentation der Maßnahmen
Betroffen: Alle Unternehmen, die KI einsetzen
Transparenzpflichten in Kraft
Art. 50: Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte und Transparenzpflichten für KI-Systeme, die mit Personen interagieren. Die ursprünglich ebenfalls für dieses Datum geplanten Hochrisiko-Pflichten wurden durch den AI Omnibus verschoben.
Handlungsbedarf:
- KI-Kennzeichnungspflicht umsetzen (Art. 50)
- Transparenzhinweise für Chatbots und generative KI einrichten
Betroffen: Anbieter & Betreiber von generativer KI und KI-Systemen mit Nutzerinteraktion
Hochrisiko-KI nach Anhang III (verschoben durch AI Omnibus)
Vollständige Anwendung aller Pflichten für Hochrisiko-KI-Systeme nach Anhang III (Art. 6–49). Frist durch den AI Omnibus vom Juli 2026 verschoben (ursprünglich 2. August 2026).
Handlungsbedarf:
- Konformitätsbewertung für Hochrisiko-KI abschließen
- Technische Dokumentation erstellen
- Risikomanagement implementieren
- EU-Konformitätserklärung erstellen
- CE-Kennzeichnung anbringen
Betroffen: Anbieter & Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen (Anhang III)
KI in regulierten Produkten (Anhang I, verschoben durch AI Omnibus)
Anforderungen für KI-Systeme, die als Sicherheitsbauteile in regulierten Produkten eingesetzt werden (z. B. Medizinprodukte, Maschinen, Spielzeug). Frist durch den AI Omnibus verschoben (ursprünglich 2. August 2027).
Handlungsbedarf:
- Bestandssysteme auf Konformität prüfen
- Fehlende Dokumentation nachliefern
- Compliance für KI in regulierten Produkten sicherstellen
Betroffen: Hersteller und Betreiber von Produkten mit KI-Sicherheitsbauteilen
Schnellübersicht: Was gilt wann?
| Datum | Pflicht / Meilenstein | Betroffen |
|---|---|---|
| 1. August 2024 | Inkrafttreten der KI-Verordnung (EU) 2024/1689 | Alle Unternehmen mit KI-Bezug |
| 2. Februar 2025 | Verbot inakzeptabler KI-Systeme | Alle Anbieter und Betreiber |
| 2. August 2025 | KI-Kompetenzpflicht (Art. 4) & Governance | Alle Unternehmen, die KI einsetzen |
| 2. August 2026 | Transparenzpflichten in Kraft | Anbieter & Betreiber von generativer KI und KI-Systemen mit Nutzerinteraktion |
| 2. Dezember 2027 | Hochrisiko-KI nach Anhang III (verschoben durch AI Omnibus) | Anbieter & Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen (Anhang III) |
| 2. August 2028 | KI in regulierten Produkten (Anhang I, verschoben durch AI Omnibus) | Hersteller und Betreiber von Produkten mit KI-Sicherheitsbauteilen |
Gut zu wissen: Proportionalität für KMU
Der EU AI Act setzt auf Proportionalität: Small Mid-Caps (bis 749 Mitarbeiter) nutzen vereinfachte Dokumentationen. Für den Human Review genügt eine einmalige Prozessbeschreibung. Die Unterzeichnung des Code of Practice (CoP) senkt den administrativen Aufwand massiv. Bei Verstößen werden angemessene Sanktionen unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Überlebens verhängt.
Thomas Bahr
Geschäftsführer, Webutissimo S.L. – EU AI Act Compliance-Experte
Thomas Bahr begleitet Unternehmen bei der Umsetzung der KI-Verordnung (EU) 2024/1689. Schwerpunkte: Risikoklassifizierung, technische Dokumentation und Konformitätsbewertung für KI-Systeme.
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